Schrezheim ...
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Schrezheimer
Ortschronik
Über die Entstehung der Siedlung Schrezheim ist
nichts bekannt; sie
ist aber möglicherweise im 6. Jahrhundert aufgebaut worden. Die
früheste bekannte Erwähnung findet sich im ältesten Ellwanger Herr-
schaftseinkünftebuch von 1337.
Wahrscheinlich wurde der Name "Schrezheim",
mundartlich Schreza,
von Schrat, Schraz, Schrez gleich Geist, Kobold oder von Schrat,
Schröter, Hornschröter gleich Hirschkäfer abgeleitet.
Am Eingang des Dorfes Schrezheim steht in stiller
Einsamkeit eine
schlichte Dorfkapelle. Sie wurde 1692 von dem Schrezheimer Bürger
und Besitzer der dortigen Ziegelei Anton Friedrich Ziegler und seiner
Ehefrau Margarete gestiftet. Am 20. Mai 1729 weihte man sie zu
Ehren des Heiligen Antonius von Padua. Im Jahre 1757 erhielt sie
seine Reliquie unmittelbar aus Padua.
St. Antoniuskapelle heute
Der Enkel von Anton Friedrich Ziegler, Johannes
Baptist Bux, kam
am II. Juni 1716 als Sohn des Franz Bux, Weinhändler und Ziegelei-
besitzer in Schrezheim und der Maria Barbara geb. Ziegler zur Welt.
Wie sein Vater war Johannes Baptist Wirt und Weinhändler und be-
trieb gleichzeitig die ererbte Ziegelei. Er erkannte bald, dass sich diese
in eine gewinnbringende Fayence- bzw. Porzellanmanufaktur umwan-
deln ließ. Damit begann er gerade noch rechtzeitig, um dem wachsen-
den Wettbewerb der benachbarten gleichartigen Unternehmen in
Crailsheim und Ansbach wirksam zu begegnen und sich das heimat-
liche Abnahmegebiet zu sichern. Gerade in dieser Zeit wurde in
Deutschland das Irdengut, eine Töpferware mit gefärbter Bleiglasur
als Überzug, mehr und mehr durch die Fayencewaren verdrängt. Bei
den Fayencen wird gerade jene Bleiglasur, bei der man den meist
missfarbenen Ton immer noch durchscheinen sah, durch eine un-
durchsichtige, rein weiße ersetzt, die man durch Beimischung von
Zinnoxyd erhält.
In Italien nennt man solche Erzeugnisse
"Majolika", nach dem
spanischen Hafen Majorka, der diese Ware bereits im frühen Mit-
telalter kannte. In Anlehnung an das Städtchen Faenza in Italien,
das dort den Mittelpunkt der Majolikafabrikation darstellte, wird
dieses Erzeugnis außerhalb des Mittelmeerstaates als "Fayence" be-
zeichnet.
Schrezheimer MV-Krüge
Am 29. Juli 1752 wurde Johannes Baptist Bux auf
eigenes Ersuchen
von dem kunstsinnigen Franz Georg Graf von Schönborn, Kurfürst
und Erzbischof zu Trier, in seiner gleichzeitigen Eigenschaft als
Fürstpropst von Ellwangen der "Freiheitsbrief" ausgestellt. Die darin
verbrieften wirtschaftlichen Privilegien ermöglichten erst den
raschen Aufschwung der Schrezheimer Manufaktur, die damals be-
reits - wie schon erwähnt - einer großen Konkurrenz standhalten
musste. Diese Privilegien für Bux bestanden darin, daß niemand
außer ihm berechtigt sein sollte, iru fürstpröpstlichen Lande eine
solche Fabrik zu eröffnen. Es wurde ihm ferner erlaubt, auf dem
Territorium der Gemeinde Schrezheim eine Glasurmühle zu er-
bauen, was er schließlich am Hagbrunnen bei Schleifhäusle tat,
sowie überall nach geeigneter Erde zu suchen, die er auf den soge-
nannten "Hutweiden" in der Nähe von Neunheim fand.
Der Betrieb lief gut an. Wie wir aus erhaltenen
Stücken erkennen,
brachte der geschäftstüchtige Unternehmer zunächst Waren im Stil
der bereits eingeführten älteren und erfolgreichen Manufakturen
auf den Markt. Er begann jedoch bald auch mit der Produktion
von eigenständigen Erzeugnissen, wodurch Schrezheim bekannt
wurde.
Die ersten Schwierigkeiten tauchten auf, als im
Jahre 1758 die Witwe
Prahl ihre Porzellanfabrik, die ihr Mann bereits 1748 in Utzmem-
mingen gegründet hatte, nach Ellwangen verlegen wollte. Darin sah
Bux seine Privilegien gefährdet. Er erhielt die Auflage, im Laufe
eines halben Jahres dasselbe feine Porzellan herzustellen, wie es die
Witwe Prahl fabriziere. Das war der Grund für die Schrezheimer
Porzellanherstellung. Schwierigkeiten bei der Beschaffung von
Porzellanerde und viel
Ausschuss verhinderten
aber eine umfang-
reiche Produktion.
Nach der Beseitigung der unliebsamen Konkurrenz
wandte Bux sich
wieder ganz der Fayenceherstellung zu und brachte sie zwischen
1775 und 1785 zur höchsten Blüte. In diesem durch Victor Ger-
verots Tätigkeit in Schrezheim eingeleiteten Jahrzehnt glänzte die
Fabrik nicht nur in künstlerischer Hinsicht, sondern auch in Bezug
auf den Umfang der Erzeugung. So verwundert es nicht, dass auch
das zierliche Fayencealtärchen im Rokoko-Stil, das heute noch in
der Schrezheimer Antoniuskapelle zu besichtigen ist, gerade in dieser
Zeit, nämlich 1773/1774, entstand. Es gilt als Hauptwerk der ge-
samten deutschen Fayencekunst !
Schrezheim früher (Bildwand
Vereinszimmer)
Übrigens wurden zur damaligen Zeit vielartige
Ritzzeichen, Sig-
naturen und Monogramme verwendet, die auch heute noch das Er-
kennen von Schrezheimer Fayencen erschweren.
Da die Fayence vom wohlfeinen Steingut und dem
immer billiger
hergestellten Porzellan allmählich verdrängt wurde, ging der Ge-
schäftsgang schließlich zurück. Am 5. November 1800 starb Johan-
nes Baptist Bux im Alter von 85 Jahren. Nur seine Tatkraft und sein
Einsatz hatten den sich immer deutlicher abzeichnenden Verfall der
Manufaktur aufgehalten.
Nach Buxens Tod übernahm zunächst die
Schrezheimer Porzellan-
gesellschaft die Weiterführung des Betriebes. Ihr gehörten als Erben
an: Der Sohn von Johannes Baptist Bux, Deutschordenspfarrer
Alois Bux, und die Töchter Barbara und Franziska bzw. deren Ehe-
männer Anton Wintergerst und Anton Pfister. Der zweite Sohn, der
Weltpriester Franz Anton Bux, lebte zwar in Schrezheim, beteiligte
sich jedoch an der Manufaktur nicht. Wann sich Alois Bux aus der
Leitung zurückgezogen hat, ist nicht festzustellen. Jedenfalls über-
nahm Barbara Wintergerst nach dem Tod ihres Mannes 1818 die
alleinige Weiterführung, nachdem auch Anton Pfister, der Wirt zu
den 3 Rosen in Schrezheim, aus der Porzellanfabrikgesellschaft aus-
getreten war. Nach ihrem Tod im Jahr 1833 übernahm ihr Sohn
Franz Heinrich Wintergerst die Leitung der Fabrik, deren Zusammen-
bruch immer wieder durch Anleihen beim Fond der Schrezheimer
Kapelle verhindert wurde. Bei der 1852 erfolgten Zwangsverstei-
gerung verloren die Bux'schen Nachkommen schließlich ihr ge-
samtes Vermögen und besagte Kapellenstiftung ihr ganzes Kapital.
Der Obersteiger Meinel aus Wasseralfingen erwarb
die Fabrik. Unter
ihm soll in geringem Umfang noch meist unbemaltes Gebrauchsge-
schirr hergestellt worden sein. In der Nacht vom 15. zum 16. Februar
1872 brannte das Fabrikgebäude vollständig nieder. Es wurde nicht
mehr aufgebaut.
AIs J. Meinel an derselben Stelle ein größeres
Haus erbaute, wurde im
Frühjahr 1873 eine eisenhaltige Mineralquelle entdeckt. Meinel er-
kannte alsbald die Bedeutung dieser Quelle und ließ das Wasser im
chemischen Laboratorium in Stuttgart untersuchen. Es war für ein
Mineralbad positiv und eignete sich auch zu Trinkkuren. Deshalb
wurde das neu entstandene Haus - heute Gasthaus "Zum
Bad" -
zum Kurhaus. Der steigende Andrang von Kurgästen hat zu ent-
sprechender Erweiterung Anlass gegeben. Die mitunter Überrasch-
enden Kurerfolge beziehen sich hauptsächlich auf Fälle von Blut-
armut und von reizbarer Schwäche der Nerven "bei Frauen, Jung-
frauen und Kindern ".
J . Meinel starb schon 1875 . Der Kurbetrieb wurde von
seiner Witwe ,
einem Sohn und zwei Töchtern erfolgreich weitergeführt, bis die
Quelle um 1885 versiegte und der Brunnen eingeschüttet wurde.
Ansichtskarte um 1875
Durch die rege Bautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg und den
Fleiß
der Einwohner ist Schrezheim ein aufstrebender Ort geworden.
Es entstanden die Siedlungen Lange Furt, Im Grüble, Im Hof,
Höhenweg, Wintergerst-, Johann-Baptist-Bux-Straße und
Hinter den Gärten, Oberhofen- und Gerverotstraße. Diese Ver-
größerung der Ortschaft zog unwillkürlich den Bau von öffentlichen
Gebäuden nach sich:
Grundschule St. Georg
1965 wurde die neue Grundschule St. Georg fertig ge-
stellt und im Sommer konnte der Unterricht dort aufgenom-
men werden. An Fachräumen existiert ein Handarbeits-,
ein Werkraum und der Musiksaal/Religionszimmer, in dem der Musikverein
Schrezheim mit Genehmigung der Schulleitung dankens-
werterweise Proben und Jugendausbildung abhalten darf.
1968/wurde das neue Schrezheimer Rathaus seiner Bestimmung
1969 übergeben. Da die Arbeit der Gemeindeverwaltung im alten
Rathaus mit seinen 2 1/2 Diensträumen nicht mehr zumutbar
war, wurde die alte Schule renoviert und als Rathaus ver-
wendet. Heute tagt in diesem Gebäude der Ortschaftsrat.
Die alte Schule
1968/1969 zum Rathaus umgebaut
1971 sollte sich die Gemeinde Schrezheim über die
Eingliederung
zur Stadt Ellwangen Gedanken machen. Leider herrschte bei
der Bürgerschaft wenig Anteilnahme in dieser Sache. Bei
einer Bürgeranhörung am 18. Juli stimmten 58,7% für die
Eingemeindung, die dann am I. I. 1972 erfolgte, zunächst im
Rahmen der Bezirks- und ab I. I. 1982 im Rahmen der Ort-
schaftsverfassung.
1971 konnte auch ein wichtiges Bauwerk seiner Bestimmung
Über-
geben werden: Am 29. 10. 1971 wurde der Kindergarten ein-
geweiht, dessen Rohbauarbeiten ab April liefen. Bis heute ist
er wichtiger Bestandteil der Ortschaft geblieben. Erwähnens-
wert ist auch der Spielplatz beim Kindergarten, der hauptsächlich
durch Eigeninitiative einiger Eltern
entstanden ist.
Kindergarten
1976 wurde die Schrezheimer Ortsdurchfahrt neu gestaltet.
Geh-
wege wurden gebaut und die Kanalisation erneuert.
1977 wurde die Turnhalle fertig gestellt. Dieser Bau war
das wich-
tigste Versprechen der Stadt Ellwangen im Rahmen des Ein-
gliederungsvertrages. Durch Zuschüsse vom Land, die gerade
in dieser Zeit zu erwarten waren, wurde der Bau angeregt und
beschleunigt. Am II. II. 1977 schließlich konnte die "Turn-
und Festhalle St. Georg" eingeweiht werden. Heute wird sie
Turn- und Festhalle St. Georg
nicht nur für den Schul- und Vereinssport benutzt,
sondern
ist gleichzeitig wichtigster kultureller Treffpunkt aller zur
Ortschaft Schrezheim gehörenden Teilorte.
Das frühere Gemeindewappen, das einen birnenförmigen
Fayenceschenkkrug
mit blauer Bemalung darstellt, beweist, dass die Gemeinde Schrez-
heim auch heute noch stolz auf ihre Vergangenheit ist und sein kann!
QUELLEN:
Hinweis:
Sämtliche
Texte entstammen aus der Festschrift
zur
Fahnenweihe des Musikvereins am 2.-4.09.1983
Hans Erdner
"Die
Fayencefabrik zu Schrezheim 1752-1865"
Hans
Erdner/Gert K. Nagel "Die
Fayencefabrik zu Schrezheim "
Diverse Beschreibungen des Oberamts Ellwangen
Stadtverwaltung der Stadt Ellwangen
Stadtrat a. D. Franz Frank
Ortsvorsteher a. D. Richard Kucher
Chronik von Bürgermeister Kar1 W öhr
ehemaliger Schulrektor Ostermaier
Konrad Kugelart
digitale Farbbilder:
Andreas Strobel
Der Schmied
von Schrezheim
(Erzähl-Gedicht in
Mundart)
Dr
Schmied von Schreza
Dr Schmied
von Schreaza ischt a Ma,
im Saufa ka dem koiner na.
Dia Räusch, Ihr Leut, s ischt kaum zum saga,
dia ka fei blos a Schmied vertraga;
denn dutzatmol isch do passiert,
dass man hat hoim im Karra geführt,
und öfters no seim Weib zum Zora,
hot er da Hut und Stock verloara.
Drum hot sei Urschel immer gmoint,
s wär guat, dr Schmied blieb au derhoimt.
Ja, oft goht er in Städtle nei,
kehrt jedemol beim Hirschwirt ei
und sitzt do z nachts no hinterm Tisch
bis zwölfa und oft später isch.
J ka da Ma
no hocka seha,
i bin oft selber bei ihm gwea.
An langa Bart, a grossa Platt,
wias weit und breit ko zwoter hat,
a Nas im Gsicht ganz fuirig reat
mit am Knitzl druf wia a Laible Broat,
und unta dra zwoi schwarze Dupfa
von dem verfluchta wüaschta Schnupfa.
Sonst isch dr Ma ganz prächtig gwäa
Ma hot n überall gera gsea;
Am liebsta d Wirt; denn dia hent gfunda,
sei oiner von de beste Konda.
So sitzt r
au a mol beim Bier
und sauft, as hot oim gruselt schier
doch älles hot a mol a End
sogar am Schmied sei Sauftalent.
Vor Rausch brengt er koi Wort me raus,
drum stod r auf und duckt se naus.
Daus ischr wohl, doch liabe Leut
Mit dem Rausch kommt der Ma net weit.
Und richteg, koi Minut stohts a,
do fliagt r scho aufs Pflaster na.
Koi Fluacha hilft, koi Lamentiera,
er bleibt auf älle Viera liega.
Drauf
findat n drei junge Mand
dia au so spät durchs Gässle gand;
dia saget glei, des geit en Spass
s isch mäulestill grad auf dr gass
und schschloifat no den guata Ma
vors Kapuzinerkloaster na.
Scho wellats n liega lossa
do guckt no oiner vo de Mand
im Klosterhof so umanand
und sieht do grad zumguata Glück
n Haufa Kutta am a Strick.
Dia hengt mr do z nacht öfters naus
no hupft des Zuig, des hupfig raus.
Dr Schmied,
so hoissts jetzt, losst uich sea
der gäb n scöna Bruder na.
Jetzt dent nur gschwind a Kutt do rom
Dia henket mr dem Kerla rom.
Und richtig s goht ganz schöa
Der Schmied der hot koi Zoicha gea
No loint man stät an d Haustür na
und ziaht a paar mol s Glöckle a.
Glei macht
ma auf, der Schmied fällt nei
dr Pförtner ziaht da Kerl voll rei.
Und fangt au glei zum Schempfa a,
„Du bischt dr rechta Ordensma,
jetzt machst du uns äll die fürchtig Schand
und saufscht do z nachts no omanand.
Wart Mändla, wart du nor bis morga,
dr Quardian wurds dir scho bsorga.“
Drei Brüder
die sind unterdessa
no wach in ihre Zella gsessa
und guckat, was jetzt draussa geit
und sehat wia oiner im Graba leit.
Ma hebt an auf, ma guckt en a,
ma kennt en net den fremda Ma.
Hm ... frogat äll, woher, wonaus,
aus welchem Kloster bischt denn raus?
Es nutzt koi Frog, denn net ums Leba,
hätt unser Schmied a Antwort geba.
An Kopper so n rechta feschta,
den geit r unscheniert zum Besta.
Nor nauf
hoissts jetzt und nei in d Zell,
bis morga wird die Sau scho hell.
An solcha Rausch, secht älles zemma
do muss se ja’s ganz Kloster schäma.
Jetzt mir hent au scho Räusch ghet all
doch noa nia ischt uns a sotter Fall
jemols passiert in unserem Leba.
Doch Stiaga nauf gehtz jetzt zu viert
dr Schmied der hot koi Gliedle grührt.
Blos hinta isch a kloi wenig brocha
ma hot des Deng mit Schrecka grocha.
Dr Pförtner
moint „jetzt hent mr Zeit,
bevors no mea zum riacha geit.
Drum wurd auf nui fescht glupft und gschoba
jetzt, Gott sei Dank, jetzt ischt r droba.
Am Morga
glei, es isch kaum hell,
kommt scho der Quardian en d Zell
mit 5 – 6 Brüder hinta drei
dia steckat d Nas in d Kutta nei;
denn do hots gschtonka, no guat Nacht
was hot der Schmied für Gschichta gmacht.
A Pris
nemmt vor der Quardian,
dann sieht er die Bescherung an.
Dr Bssuch liegt samt dr Kutt em Bett
ma sieht er hoten Affa ghet.
Ringsum isch alles ganz verspiega
und Kopfat in der Batsche liega;
der nui Botschamber von Porzla,
der leit in Scherba neba dra.
A blütweiss Leituach, s tut oim weah,
a ganze Landkart kannst drauf sea.
Und s Gsicht vom Schmied, ihr liebe Leut,
ma moint net, dass sott Menscha geit.
Diea Nas die isch wie roat lackiert,
mit Schnupftabak net schlecht verschmiert,
und erst dr Bart, do nuss ma lacha,
wia der vertrialat isch und verbacha
und mitta doba uf dr Platt
dr Schmied zwoi groasse Dupfa hatt.
Es leit dr
Schmied no ganz em Schlof,
„Gang Ursche, gang, s pressiert net so
mei Arbet zweng i heut scho no.
Ja Ursche bleib no au no lea
Wirscht ohne Liacht ja doch nex sea“
„Was Ursche, schreit der Quardian,
du bischt dr rechte Ordensmann
Ja bischt denn du vom Teufel bsessa
Und hoscht dein Hergott ganz vergessa?
O betet doch ihr Leut und Kinder
Für den von Gott verlassne Sünder
Und dia Brüader all en ihre Nöta,
dia fanget s heula a und s beta.
Und nomol stosst man nei im Rucka,
jetzt endle tut er um se gucka,
und beas verschrocka isch dr Schmied,
wia er dia Kapuziner sieht.
No guckt er selber na
Sieht d Kutt und ka koi Wort net sa,
do fangt dr Quardian wieder a,
Ja sag uns doch mei liaber Ma,
wer bischt du denn, wo kommst du her?
Ja, moit dr Schmied und kratzt am Ohr,
mir kommt dia Gschicht ganz narrat vor.
I bin doch net ins Kloster nei
Und ka koi Kapuziner sei,
denn wisset Herr, i wills uich sa
der Schmied von Schreaza bin i ja.“
Was,
schreit jetzt der Quardian
Und sieht da Schmied voll Schrecka an,
jetzt Kerl du hosch scho prächtig troffa,
jetzt hoscht du dein Verstand versoffa.
Der Schmied von Schreza willscht du sei,
wia kommst no in dia Kutta nei?
Ja Herr,
des ka i selber net sa
I guck ja ällweil amer na,
und weiß jetzt bald net, wia mers gschieht
am End ben i doch net dr Schmied.
Denn kehr i en dui Kutt do rei,
no ka i doch der Schmied net sei.
Jetzt wissat was ihr liabe Leut,
auf Schreza naus, do isch net weit,
jetzt, send so guat, und schickat naus,
und isch dr Schmied von Schreze z Haus,
no ben r net, no hent r s troffa,
na hann i mein Verstand versoffa,
doch wird der Schmied am Ort net gfonda,
no sitzt r jetzt bei euch do honta.
Auf Schreza
lauft a Bruder glei, und
fogt z erst wo dis Schmitta sei.
A Büable tuat en na vors Haus,
grad guckt sei Weib zum Fenster raus.
„Wo isch der Moaster? schreit er nei.
O Herr saits Weib, wo wurd der sei,
der fehlt scho wieder seit heut Nacht,
Dr Bruader,
der kappiert im Schnapp,
ins Städtle nei gohts jetzt im Trapp.
Und noch r a Predigt, noch ra langa,
do losset s unsern Schmied jetzt ganga.
Ganz zammadätscht und niedergschlaga
Ka er mit Müh „Bhüt Gott“ no saga.
Beim Hoimweg hot er emmer gschnupft,
und mit dr Dos ans Hira dupft,
doch om koi Welt ka ers verrota
wia er ischt nei ins Kloster grota
und zu sich selber secht der Ma:
„jetzt fangt a anders Leba a
des Hergotts Gsuff do omanand
des nemmt der z letzt no da verstand,
ja Hirschwirt sauf die Bier no sell
no rappelst du und i bleib hell.“
Doch Leut
der Mensch hot schnell vergessa
er wird vom alta Laster bsessa
doch vor wia noch gibt’s halt en Affa
hot unser Schmied im Städtle tzschaffa.
Blos ois hot er seit selbger Nacht,
am Kloster wird a Umweg gmacht.
Übersichtsplan /
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